Die Olympiasiegerin von Rio de Janeiro, Nafissatou Thiam (BEL – PB 7013 Pkte) kann als erste Siebenkämpferin nach der Weltrekordhalterin Jackie Joyner-Kersee (Olympiasiegerin 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona) zum 2. Mal die Goldmedaille gewinnen. Sie gewann im März dieses Jahres die Hallen-Europameisterschaften in Torun (POL) mit neuer persönlicher Bestleistung. Obwohl sie seit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in Doha 2019 keinen Siebenkampf mehr bestritten hat, gilt sie als große Favoritin für den Olympiasieg.

Die regierende Weltmeisterin und britische Rekordhalterin Katarina Johnson-Thompson (GBR – PB 6981 Pkte) erlitt vor Beginn der Saison eine Achillessehnenverletzung, weswegen sie bis vor kurzem keinen Mehrkampf bestreiten konnte. Sie zeigt sich nach Testwettkämpfen in Einzeldisziplinen optimistisch und mit ihrer Wettkampferfahrung ist sie eine seriöse Anwärterin auf einen Platz ganz vorne. Sie könnte nach Denise Lewis (2000 in Sydney) und Jessica Ennis (2012 in London) zum 3. Mal die Goldmedaille für Großbritannien nach Hause bringen.

Eine unglaubliche Performance lieferten die US-Ladies bei den Ausscheidungswettkämpfen der USA in Eugene. Annie Kunz (PB 6703 Pkte) gewann vor Kendell Williams (PB 6683 Pkte) und Erica Bougard (PB 6725 Pkte). Sie führen nicht nur die Jahresweltbestenliste an, sondern sind alle drei zu den Medaillenfavoritinnen zu zählen und werden sicherlich jede Unsicherheit der beiden Topanwärterinnen auf die Goldmedaille nutzen und enormen Druck ausüben.

Als Siegerin des Hypomeeting 2021 ist Xenia Krizsan (HUN – PB 6651 Pkte) ebenfalls zu den Medaillenanwärterinnen zu zählen. Sofern sie den Abstand zu den Topfavoritinnen nach dem 1. Tag in Grenzen halten kann, wird sie mit ihren Stärken am 2. Wettkampftag noch alle Chancen auf die Plätze ganz vorne haben. Ein starkes Comeback nach verletzungsbedingter Pause zeigte in Götzis auch die Ex-Europameisterin von Amsterdam 2016 Anouk Vetter (NED – PB 6636 Pkte). Nicht zu unterschätzen sein wird auch die 7. der Olympischen Spiele von Rio, Yorgelis Rodriguez (CUB – PB 6742 Pkte), welche ebenfalls nach längerer Verletzungspause vielversprechende Wettkämpfe bei ihrem Comeback ablieferte.

Die österreichische Rekordhalterin und Bronzemedaillengewinnerin der letzten Weltmeisterschaften in Doha 2019 Verena Mayr (AUT – PB 6591 Pkte) hatte in der Vorbereitung auf die Olympiasaison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, konnte aber bei ihrem Saisonstart in Ratingen mit 6254 Punkten eine seriöse Leistung abrufen und liegt damit aktuell an der 23. Stelle der Jahresweltbestenliste. Österreichs Sportlerin des Jahres 2020 Ivona Dadic (AUT – PB 6552 Pkte) war in der Saison 2020 mit bei den Österreichischen Meisterschaften in Götzis erzielten 6419 Punkten die Jahresweltbeste. Die Hallensaison 2021 verlief nicht ganz nach Wunsch und ähnlich zu den Topfavoritinnen bestritt sie 2021 noch keinen vollständigen Siebenkampf.

Die 5. Platzierte der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro, Carolin Schäfer (GER – PB 6836 Pkte) wurde 2020 mit 6319 Punkten deutsche Mehrkampfmeisterin. In der laufenden Saison musste sie nach gesundheitlichen Problemen ihre geplanten Starts in Götzis und Ratingen absagen, hofft aber, dass bei den Olympischen Spielen die volle Leistungsfähigkeit wieder gegeben sein wird.

Mit der U20-Europameisterin Maria Vicente (ESP – PB 6304 Pkte), der frisch gebackenen U23-Europameisterin Adrianna Sulek (POL – PB 6315 Pkte) und der Hallen-Vizeeuropameisterin von Torun 2021 Noor Vidts (BEL – PB 6240 Pkte) lauern die Jungen auf die Chance, sich in der Weltspitze zu etablieren und vielleicht vom Wettkampfglück zu profitieren.